Ein bemerkenswertes Phänomen: Spielernamen in großen Buchstaben auf der Vorderseite des Trikots. Dies war eine vorübergehende Erscheinung, die unter anderem von AZ und Go Ahead Eagles Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre praktiziert wurde.
Der KNVB handhabte damals sehr strenge Regeln rund um Werbung auf Fußballtrikots – Sponsoring war nur unter strengen Auflagen erlaubt. Der Sponsorname durfte in einigen Saisons und Wettbewerben (wie dem KNVB Beker oder europäischen Spielen) nicht größer als eine bestimmte Anzahl Zentimeter sein oder war vollständig verboten. Um diese Regeln zu umgehen und gleichzeitig die Erkennbarkeit für die Fernsehkameras zu erhöhen, fand AZ'67 eine Lücke im Regelwerk: Man druckte den Nachnamen des Spielers in großen Buchstaben direkt auf die Brust, genau dort, wo normalerweise das Sponsorenlogo platziert worden wäre. Bekannte Topspieler aus der goldenen AZ-Ära – wie Kees Kist, van Hanegem, Kristen Nygaard, John Metgod und Hugo Hovenkamp – liefen damals buchstäblich mit ihrem eigenen Namen auf Bauch oder Brust. Auch bei Go Ahead geschah dies mit Namen wie ten Cate, van Kooten usw. Da die Spielernamen groß auf der Vorderseite standen, war es für den Schiedsrichter und den Fernsehzuschauer sofort ersichtlich, wer am Ball war. Diese Initiative war damals revolutionär und von amerikanischen Sportarten inspiriert (wie der NASL, in der unter anderem Pelé und Cruijff in den USA mit Namen auf dem Trikot spielten). Nachdem der KNVB die Regeln für Trikotsponoring Anfang der 80er Jahre lockerte, verschwanden die Spielernamen wieder in den Hintergrund und machten endgültig kommerziellen Sponsoren Platz (wie Sony bei AZ und PZ bei Go Ahead). Erst in den 90er Jahren kehrten die Namen im Profifußball zurück – dann aber standardmäßig auf dem Rücken. Heutzutage findet man sie sogar klein auf der Vorderseite unterhalb des Vereinswappens, um auf der Rückseite Platz für noch mehr Sponsoring zu schaffen. Geschrieben von Jesse Rabbeljee.

